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Christian Martin Gabriels Oratorium 'Der Hitler muss weg' ist eine Annäherung an den Hitler-Attentäter Goerg Elser, der im Jahre 1939 im Alleingang einen Attentatsversuchgegen Hitler unternahm, der um ein Haar geglückt wäre. Am Ort des Hitler-Putsches on 1923, im Münchner Bürgerbraükeller, spricht Hitler an diesem 9. November 1939 vor Getreuen und alten Kämpfern - eine Traditionsveranstaltung, die jährlich stattfindet. Was niemand ahnt: direkt in der Saüle hinter Hitlers Rednerpult tickt eine Zeitbombe - und löst zum vorbestimmten Zeitpunkt eine gewaltige Explosion aus, wenige Minuten, nachdem Hitler unvorhergesehen früher als geplant den Saal verlassen hat. Elser wird gefaßt und kurz vor Kriegsende im KZ Dachau umgebracht. Kaum zu glauben: ein Einzelner hat den Plan erdacht und mit Akribie ausgeführt - der Handwerker Georg Elser. Die in den sechziger Jahren aufgefundenen umfangreichen Verhörprotokolle Elsers belegen das unglaübige Staunen der Ermittler des Nazi-Staates und gleichzeitig Anerkennung für die technische Präzision, mit der Elser die Bombe konstruierte und in der Saüle einbaute. Die Mechaniker des Todes im Dritten Reich respektieren auf der technischen Ebene den Attentäter. Und Elser arbeitet fast selbstvergessen an der technischen Perfektion der Bombe in langen, einsamen Nächten, in denen er sich im Bürgerbraükeller einschließen läßt. Christian Martin Gabriel setzt mit seinem Elser-Jazz-Oratorium 'Der Hitler muss weg' für elf Musiker, Chor, Solo-Tenor (Elser) und Jazzsängerin (Elsers Mutter) sowie Sprecher, hier an. Die Ambivalenz der technischen Machbarkeit ist in dem einstündigen Werk bestimmender Faktor, insbesondere in den fünf 'Maschinenmusiken', Miniaturen, in denen mechanistischer Zusammenhang versucht wird, der auch wieder auseinanderfallen kann. Weitere Quelle sind die Elser-Verhörprotokolle, die Berichte über den Hitler-Putsch im Jahre 1923 und Interviews der Mutter Elsers nach dem Krieg. Das eindringliche Werk changiert zwischen Neuer Musik und Jazz. Die Unerbittlichkeit stampfender marschierender Kolonnen wird ebenso hörbar wie die Auflösung der Mechanik hin zu 'lebendigem' Swing. Elsers Ausbildung zum Handwerker, seine nächtliche Arbeit an der Bombe, seine Intentionen werden spannend und facettenreich geschildert. Elsers Mutter schildert ihre Begegnung mit dem weinenden Sohn, der, in der Hand der Gestapo, alle Angehörigen geschickt schützt. Zerlegung in Teile führt zu Zerstörung des Lebendigen, dies stellt Gabriel musikalisch subtil in den Vordergrund. Der Deutschlandfunk schreibt über die Uraufführung am 19.7.2015 im Neuen Museum Nürnberg mit dem KlangKonzepteEnsemble: '... eine gelunge Uraufführung mit viel Mut zu Sprüngen und Rückblenden ... ein absolut fesselndes ... Jazzoratorium, dem man eine weite Verbreitung wünscht." (Musikforum vom 21.7.15)